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Femen: Weihnachtsrandale im Kölner Dom

Pünktlich zu Weihnachten machte die feminstische Kasper- und Flitzertruppe Femen, die sich lustigerweise für politisch hält, wieder von sich reden. Femen-„Aktivistin“ Josephine Witt aka Josephine Markmann hatte sich zur Weihnachtsmesse am ersten Weihnachtstag in die erste Reihe des Kölner Doms geschoben, um angeblich gegen die katholische Kirche und den Kölner Kardinal Meisner zu protestieren, indem sie sich in einem günstigen Moment die Klamotten vom Leib riss, auf den Altar sprang und allen Anwesenden den Spruch „I am God“ präsentierte, den sie sich vorher aufgemalt hatte. Super, das kennen wir ja nicht anders – wie innovativ! *gähn*

Ohne feministischen Hintergrund hätte man die Gute wohl einfach als arme Irre in die nächste Psychiatrie eingewiesen. Ich frage mich, warum man das nicht einfach gemacht hat. Jedenfalls geht Kardinal Meisner meines Wissens dieses Jahr mit seinen 80 Jahren in den Ruhestand, so dass der Protest natürlich total sinnvoll war. Nicht. Ganz zu schweigen davon, dass auch Kardinal Meisner ein Recht auf seine Meinung hat, wenn er z.B. Abtreibungen ablehnt. Das ist auch nicht meine Meinung und mit dem Christentum habe ich auch seit meinem Kirchenaustritt zum 18. Lebensjahr nichts mehr am Hut. Aber es wäre mir im Traum nie eingefallen, deshalb Randale bei Gottesdiensten zu veranstalten, auch wenn mir da wesentlich stichhaltigere Gründe für einfielen als eine eher belanglose Meinung einer kirchlichen Einzelperson, die mit der aktuellen Rechtslage zum Thema Abtreibung nichts zu tun hat und altersbedingt auch in der Institution Kirche ungefähr noch eine ähnliche Relevanz haben dürfte wie der Kölner EXPRESS für die bundesweite Presse-Landschaft.

Ich finde es mehr als befremdlich, wenn Jospehine Witt meint, das sie ausgerechnet in einer Weihnachtsmesse ihren exhibitionistischen Unfug veranstalten muss, denn man kann davon ausgehen, dass dort zahlreiche Kinder und Jugendliche anwesend gewesen sein dürften und Witts Nacktauftritt besonders auch auf diese verstörend gewirkt haben dürfte. Letztlich hatte sie ja kaum mehr am Leib als eine Art Lendenschurz. Dazu hat sie mit dem Betreten des Altars diesen entweiht. Das aber nicht, weil sie eine Frau ist, sondern weil es einfach nicht zum christlichen Ritus gehört, sich auf den Altar zu stellen und damit über alle anderen Anwesenden zu erheben. Wenn Josephine Witt unbedingt nackt auf einem Podest stehen wollte, so hätte sie das im Kölner Pascha wesentlich einfacher haben können, wäre aber wahrscheinlich von den dort anwesenden Sicherheitskräften nach ihrem Geblöke nicht annähernd so freundlich herausbefördert worden wie von den Domschweizern.

Dazu kommt der Slogan „I am God“ bzw. „Ich bin Gott“, der einen Angriff auf jeden in der Messe anwesenden Gläubigen und sein Glaubensbekenntnis darstellte. Man möchte der nackten Närrin „Memento moriendum esse!“ zurufen, wenn der Begriff Närrin in Köln nicht einfach harmlos mit einer karnevalistisch aktiven Person gleichgesetzt würde. Offenbar haben auch die bisher drei Semester Philosophie-Studium nicht ausgereicht, um bei Witt für eine ausreichende Bildung, ein angemessenes Sozialverhalten und ein Mindestmaß an Respekt gegenüber allen Weltanschauungen außer ihrer eigenen feministischen zu sorgen. Das ist bedauerlich und führt die Behauptung, dass Frauen an den Hochschulen ja so viel toller und erfolgreicher als Männer seien, ad absurdum.

Und was will Josephine Witt eigentlich? Natürlich ist das Christentum vorrangig ein Männerclub, aber das sind Judentum, Islam und auch viele andere Glaubensrichtungen ebenso. Allerdings hätte sie bei einem ähnlichen Auftritt in einer Moschee diese vermutlich nach einer wütenden „Behandlung“ durch die Anwesenden nicht mehr aufrecht gehend verlassen können und beim vergleichbaren Blankziehen in einer Synagoge hätte sie vermutlich eine wesentlich härtere Strafe zu erwarten. Also was will sie? Lukrative Führungspositionen in der katholischen Kirche für blökende, respektlose Flitzerinnen mit ein paar Semestern Philosphiestudium? Selten so gelacht!

Gegen Josephine Witt wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Störung der Religionsausübung erstattet und ich hoffe, dass sie von einem konservativen Knochen von Richter endlich einmal ihre Grenzen aufgezeigt bekommt. Da sie aber vom Alter her wohl noch als Heranwachsende verurteilt werden dürfte, wird dies wohl leider nicht geschehen. Kardinal Meisner hingegen schloß sie in seinen Segen mit ein: „Jeder hat den Segen verdient, sogar die verwirrte Frau vorhin. Sie schließe ich mit ein, sie hat es wohl auch am Nötigsten.“ Das war auf jeden Fall eine recht coole Reaktion des Kardinals auf diese dümmliche Aktion der Femen. Ebenso lustig wie dreist mutet es hingegen an, dass Josephine Witt Anzeige gegen die Domschweizer wegen Körperverletzung erstattet hat. Vielleicht ist ihr ja der Notwehr-Paragraph und dessen Auslegung nicht bekannt, aber in diesem Fall dürfte selbst das weibliche Opferabo nicht funktionieren und einen nicht unerheblichen Teil möglicher Verletzungen hat sie sich durch ihr Gezappel und ihre Gegenwehr einfach selbst zuzuschreiben. Dazu kommt eine Anzeige Witts gegen einen Kölner Unternehmer, der es sich offenbar nicht nehmen ließ, ihr mit einer Ohrfeige sein Missfallen persönlich zu bekunden. Doch auch hier erscheint eine Verurteilung meines Erachtens unwahrscheinlich, denn mit ihrem Slogan, dass sie Gott sei, hat sie ja auch diesen in seinem Glaubensbekenntnis angegriffen, so dass er ebenfalls ein Notwehrrecht hatte. Ob dies in dem Fall und zu diesem Zeitpunkt noch notwendig war, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Inzwischen ist bekannt geworden, dass sowohl der Kölner EXPRESS als auch eine Paparazzi-Agentur vorab über die geplante Aktion im Kölner Dom informiert worden waren. Femen scheint vor den lächerlichen Flitzeraktionen gezielt die Öffentlichkeit der Medien zu suchen und ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass Femen sich diese Information samt Bildern – ggf. gar exklusiv – verdammt gut bezahlen läßt:

Nur Hans Paul bleibt klar und gerade. „Aus dem Umkreis“ der jungen Frau, schreibt er auf Anfrage, sei die Agentur benachrichtigt worden. „Leider kam unserem Paparazzo in Köln der Express in die Quere und nahm uns die Exklusivität. Dadurch entstand ein Verlust von mindestens 100.000 Euro, was mir eine schlaflose Nacht raubte“. Ganz so schrecklich war es dann unterm Strich doch nicht: „Wir konnten noch gut international verkaufen, wie an die englische Sun und auch in die USA und Südamerika“.

Ein interessantes Geschäftsmodell, das Femen da offenbar verfolgt. Vielleicht sollten im Rahmen des Prozesses gegen Josephine Witt auch die informierten Redakteure des EXPRESS und dieser Hans Paul vernommen werden, ob und wie viel Geld vorab oder als Honorar für die Bilder an Femen oder auch direkt an Josephine Witt geflossen ist. Sollte dem so sein, so würde hier billiger Titten-Krawall dazu missbraucht, mit unrechtmäßigen Aktionen nicht gerade wenig Geld zu verdienen, wenn ich etwas von 100.000 Euro Verlust lese. Gleiches gilt für die Putin- und die Tunesien-Aktionen von Jospehine Witt und ihren kreischenden Mitstreiterinnen, die eigentlich den meisten Leuten nur noch auf die Nerven gehen. Wie viel Geld ist da von den Medien auf die Konten von Femen und einzelnen Aktivistinnen geflossen?

Der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp meinte zu Witts Aktion lediglich:

„Was immer das Anliegen sein mag, sie macht es sich selbst kaputt. Ein solcher Mangel an Respekt und Anstand disqualifiziert sich selbst.“

Genau das ist der Punkt. Femen fällt ja nicht erst seit gestern durch solche Aktionen auf, die vor allem von einem eklatanten Mangel an Respekt und Anstand zeugen. Aber Argumentieren  und Diskutieren sind halt intellektuell anspruchsvoller als sich ein paar kleine Slogans auf die Brüste zu pinseln und damit schreiend vor irgendwelchen Kameras herumzurennen.

Besonders lustig fand ich Witts Auftritt bei Markus Lanz gegen die Fußball-WM in Katar bzw. der dort herrschenden Zustände in Sachen Menschen- und Arbeitnehmerrechte. Dort liefen Witt und Mitstreiterinnen durch das Bild, das Reden überließen sie aber einem Mann. Das wiederum wundert mich nicht, denn die argumentative und intellektuelle Tiefe der meisten Femen-Aktivistinnen scheint mir nicht über ihre Körbchengröße hinauszugehen.

Aber wer weiß, vielleicht geht es Femen ja schon lange nicht mehr um irgendwelche mehr oder weniger berechtigten Anliegen, sondern nur noch darum, mit Bild- und Pressehonoraren von ihren billigen Flitzer-Aktionen sich selbst zu bereichern.

Nachtrag: Birgit Kelle hat zu der feministischen Weihnachtsrandale von Femen einen mal wieder sehr lesenswerten Artikel verfasst. Sie würde ebenfalls lieber auf Augen- statt auf Brusthöhe diskutieren.

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