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Femen zerpflücken für Einsteiger

Ich habe mich gestern ja mit Femen und insbesondere mit der respektlosen Weihnachtsrandale von Josephine Witt aka Josephine Markmann im Kölner Dom am ersten Weihnachtstag auseinandergesetzt. Im nächsten Schritt möchte ich nun demonstrieren, wie leicht es ist, das zu zerlegen, was Feministinnen wie die Femen als Argumente bezeichnet wissen wollen. Ich verwende dazu das Interview von Josephine Witt mit dem SPIEGEL:

SPIEGEL: Frau Witt, Sie haben sich beim Protest im Kölner Dom „I am God“ auf den Oberkörper gepinselt. Warum halten Sie sich für Gott?

Witt: Ich halte mich nicht für Gott, das war natürlich eine Provokation. Sie soll zeigen, dass wir alle selbst verantwortlich für unser Handeln auf Erden sind. Dass man keiner Frau verbieten kann, über ihren eigenen Körper Entscheidungen zu treffen. Genau das tut Kardinal Joachim Meisner jedoch, indem er Abtreibungen ablehnt. Das ist ein weltfremder Ansatz, gegen den Femen kämpft.

Genau, Provokation. Sonst nichts. Man könnte auch einfach sagen: dumm und überflüssig. Übrigens, nicht nur Frauen sind für ihr Handeln auf Erden verantwortlich, auch Männer. Männer sogar noch mehr als Frauen, denn für manche der Aktionen, die Feministinnen einschließlich Femen sich geleistet haben, wären Männer schon so manches Mal vor dem Richter und /  oder im Knast gelandet. Und wieso sollte man nur keiner Frau verbieten, über ihren eigenen Körper Entscheidungen zu treffen? Ach so, stimmt ja, sonst könnte man die Männer ja nicht weiter in Kriegen verheizen, wenn man diesen das gleiche Recht zugestehen würde. Das geht natürlich nicht, sonst müssen da am Ende noch die Frauen unterhalb des Postens als Verteidigungsministerin oder der Verwaltung ran. Gibt es da eigentlich welche?

Oh ja, Frau Witt / Markmann, die Ansicht von Kardinal Meisner ist ja auch Beschlussvorlage des Bundestages zum Thema Abtreibungen. Nicht? Es gibt übrigens etwas, das noch besser ist als Abtreibungen: verantwortungsvolle Verhütung, wenn man keine Kinder will. Das ist auch für die Frauen gesünder als dauernd die Pille danach zu schlucken oder sich bei der Abtreibung die Gebärmutterschleimhaut zerstochern und absaugen zu lassen. Ich frage mich, wer hier nun derjenige mit den weltfremden Ansichten ist? Übrigens, schonmal so böse Wörter wie Treue oder Familiengründung gehört? Nicht weinen, ich weiß ja, dass ich manchmal durchaus etwas altmodisch bin.

SPIEGEL: Dafür muss man bei der Weihnachtsmesse auf den Altar springen?

Witt: Femen lebt von Provokation, wir müssen schockieren. Für uns war diese traditionelle Weihnachtsmesse, bei der sich seit Jahrhunderten niemand außer dem Prediger äußern darf, der beste Moment, dagegen etwas zu tun.

Genau, Frau Witt, nackte Brüste sind im aufgeklärten Westen ja auch total die Provokation. Tut mir ja leid, aber da haben vielfach Tierschützer um Welten kreativere und innovativere Ideen als mit platten Slogans auf Brüsten kreischend durch die Gegend zu laufen. Aber mittlerweile wird ja bekannt, was das eigentliche Konzept, ja wohl auch das Geschäftsmodell hinter diesem Treiben von Femen sein könnte. Ich erkläre Frau Witt nun aber nicht den Unterschied zwischen einer Weihnachtsmesse und einer inhaltlichen Diskussion, das ist selbst mir zu blöd. Könnte sie denn überhaupt diskutieren oder würde sie sich auch wieder nur die Klamotten vom Leib reissen und kreischen, wenn sie sich Gegenargumente anderer Menschen anhören müßte?

SPIEGEL: Und was bewirkt eine solche Aktion ganz konkret?

Witt: Das Bild einer nackten Frau auf dem Altar ist ein Bild, das bleibt. Wir sind weltweit in den Medien. Selbst Patti Smith hat die Aktion auf ihrer Facebook-Seite geteilt.

Wie lange bleibt so ein Bild? Ein paar Tage, solange alle darüber den Kopf schütteln, wie man so respektlos und irre sein kann? Gleichzeitig hat man sich mit so einer respektlosen Aktion aber für jegliche ernsthafte und vor allem inhaltliche Diskussion disqualifiziert. Schön, dass das Bild weltweit in den Medien ist. Welches Honorar hat denn Femen und / oder Josephine Witt dafür erhalten? Und muss mir automatisch gefallen, was offenbar irgendeiner amerikanischen Punk-Oma bei Facebook gefällt? Ich denke nicht.

SPIEGEL: Schön, nur was bringt das?

Witt: Wir richten uns nicht gegen Gläubige, sondern gegen die Institution und Menschen wie Meisner, die sie nutzen, um Frauen zu unterdrücken. In vielen Berichten steht jetzt was zur Haltung Meisners zur Abtreibung, zur Pädophilie. Wir haben mit unserer Aktion die Aufmerksamkeit darauf gelenkt.

Wo unterdrückt Meisner denn Frauen? Hält er sie angekettet in den Gewölben des Kölner Doms, läßt er sie im Vatikan als Sklavinnen Hostien backen oder betreibt er etwa heimlich Bordelle mit Zwangsprostituierten? Nichts von alledem? Bitte konkret: Wo unterdrückt Meisner denn Frauen, bloß weil er zu Abtreibungen eine ablehnende Meinung hat? Welche Haltung hat Meisner denn bitte zur Pädophilie, Frau Witt? Bitte konkrete Angaben, nicht einfach bloß mit Kampfbegriffen um sich werfen in der Hoffnung, dass schon irgendwas hängen bleibt. Und welche Aufmerksamkeit hat Witt denn auf wen oder was gelenkt? In erster Linie hat sie Aufmerksamkeit auf sich und Femen gelenkt und dafür Hunderte Menschen mit ihrer dümmlichen Aktion belästigt. Aber diese liebevolle Weiblichkeit voller Empathie kennt unsereins von solchen Krawall-Feministinnen ja nicht anders.

SPIEGEL: Das Echo in den Medien ist verheerend. Die „Bild“-Zeitung schreibt: „Du Nackt-Mädchen nervst“, der Leitartikler in der „Süddeutschen Zeitung“ wirft Ihnen Spätpubertät und Narzissmus vor.

Witt: Der Mann hat wie viele andere leider nicht verstanden, worum es bei Femen geht. Es geht uns nicht um Narzissmus, im Gegenteil: Wir gehen rücksichtslos und fahrlässig mit unserer Zukunft um. Solch ein Protest bringt Risiken mit sich, ich selbst saß bereits in Tunesien im Gefängnis.

Sorry Josephinchen, leider bist Du diejenige, die nicht versteht, wie man Diskussionen inhaltlich führt oder zumindest so protestiert, dass es tatsächlich zu Veränderungen kommt. Was Femen betreibt, das ist meiner Meinung nach banales Attention Whoring. Und mögliche Honorare für Bilder und Interviews nach den Aktionen nehmt Ihr doch sicher auch gerne mit, oder? Leicht verdientes Geld für einmal halbnacktes Flitzen – ein interessantes Geschäftsmodell. Blöd nur, dass Witt nicht so sehr Märtyrerin ist wie sie sich offenbar selbst sieht. Mit ihren Aktionen wird sie lediglich später keinen Job bekommen, weil kaum ein Personalchef Lust auf kreischende Möchtegern-Prinzesschen ohne Argumente und Selbstreflektion hat. Hach ja, wie lange sass Witt noch gleich in Tunesien im Knast? Ungefähr vier Wochen, bevor die deutsche Diplomatie ihre Freilassung erreichte. Siehst Du, Kind, mit Diplomatie erreicht man mehr als mit Gekreische und blanken Brüsten. Ich wünschte, Fräulein Witt hätte ihre 4 oder 18 Monate in Tunesien absitzen müssen, das hätte uns zumindest diversen Femen-Quatsch mit ihrer Beteiligung erspart.

Aber selbst den Frauen in islamischen Ländern geht Femen ja auf die Nerven. Sie verbitten sich deren plumpe Aktionen, wollen selbst einen Weg zu einem modernen und emanzipierten Frauenbild in ihren Gesellschaften finden und sind dabei so gar nicht männerfeindlich unterwegs wie ihre europäischen und insbesondere deutschen Geschlechtsgenossinnen. Face it, Jospehine: eigentlich hat schon lange niemand mehr Bock auf Euch, Eure Brüste und Euer Gekreische. Putin war ja auch bestenfalls leidlich amüsiert.

SPIEGEL: Warum verstehen so viele Menschen Femen nicht?

Witt: Wenn wir Weihnachten attackieren oder wie kürzlich die Fußball-WM, dann macht man sich natürlich keine Freunde damit. Wir sind nicht da, um gefeiert zu werden, wir sind da, um Aktionen zu machen, um die Leute zum Nachdenken zu bringen.

Die meisten Leute verstehen Femen inzwischen sehr gut. Sie verstehen, dass da ein paar junge Frauen die Hüllen fallen lassen und sich vorher alibimäßig ein paar Sprüche auf die Brüste schreiben, damit der Unfug als angeblicher Protest durchgeht und nicht als banaler Exhibitionismus. Danach kassieren sie dann an den Bildrechten bzw. -lizenzen und Honoraren für Interviews, Berichte und so weiter mit. Mal ehrlich, wen bringen ein paar kreischende Tussis mit nackten Brüsten vor dem Barbie-Haus in Berlin schon zum Nachdenken? Der einzige Gedanke, der sich da vielleicht noch einstellt, lautet: „Arme Irre!“ Mehr Gedanken wären da meines Erachtens auch pure Verschwendung.

SPIEGEL: Meisner hat Sie während des Gottesdiensts in seinen Segen eingeschlossen, da Sie als „arme, kranke Frau“ diesen „wohl auch am nötigsten“ hätten.

Witt: Das klingt für mich wie Hohn. Aber dass man einen 80-Jährigen, der sein ganzes Leben auf der katholischen Kirche aufgebaut hat, nicht überzeugen kann, ist mir klar. Dafür ist er zu alt. Es war ja aber auch seine letzte Weihnachtsmesse als Kardinal.

Tja Josephine, da hat der alte Kardinal Meisner Dir doch glatt gezeigt, wie Souveränität funktioniert. Dass Du das nicht verstehst, wundert mich aber in keinster Weise. Was verstehst Du eigentlich unter „Überzeugen“? Argumente? Hast Du welche, die über nackte Brüste und „I am god“ hinausgehen? Ich glaube ja nicht daran. Und verspüre ich da etwa sowas wie Altersdiskriminierung Deinerseits gegen Kardinal Meisner? Wie dümmlich ist das eigentlich, ausgerechnet einen Kardinal kurz vor dem Ruhestand mit Aktionen wie Deiner „überzeugen“ zu wollen?

SPIEGEL: Auch junge Leute schütteln den Kopf über Femen.

Witt: In meiner Generation sind viele mit sexualisierten Rollenbildern von devoten Frauen aufgewachsen. Wir verdrehen diese Bilder.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ich würde sagen, die jetzt junge Generation hat wahrscheinlich ein gesünderes Verhältnis zu ihrem Körper und ungezwungener Sexualität auf freiwilliger Basis als die kreischenden Hühner von Femen. Gut, dafür müssen sie vielleicht noch lernen, dass das Verschicken von Nacktfotos beim Sexting keine gute Idee ist, aber dass sie über Femen den Kopf schütteln, das hat wohl eher mit dem inzwischen total abgegriffenen Schema der Femen-Aktionen zu tun: Titten raus, kreischen und sich möglichst stark zappelnd wegtragen lassen, wofür man ja angeblich vorher so lange und viel trainiert haben muss. Was eigentlich, das Kreischen oder das Zappeln?

SPIEGEL: Sie werden also weitere Gottesdienste stürmen?

Witt: Nein, wir haben noch nie einen Protest wiederholt. Keine Sorge: Wir haben genug kreative Ideen für neue Proteste.

Kreative Ideen? Neue Proteste? Mal was anderes als bepinselte Titten rausholen und Kreischen? Kind, das glaubst Du doch selbst nicht :mrgreen:

Nachtrag: Hier noch ein paar Infos zu Femen, der Weihnachtsrandale und der involvierten Paparazzi-Agentur von Hans Paul.

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Femen: Weihnachtsrandale im Kölner Dom

Pünktlich zu Weihnachten machte die feminstische Kasper- und Flitzertruppe Femen, die sich lustigerweise für politisch hält, wieder von sich reden. Femen-„Aktivistin“ Josephine Witt aka Josephine Markmann hatte sich zur Weihnachtsmesse am ersten Weihnachtstag in die erste Reihe des Kölner Doms geschoben, um angeblich gegen die katholische Kirche und den Kölner Kardinal Meisner zu protestieren, indem sie sich in einem günstigen Moment die Klamotten vom Leib riss, auf den Altar sprang und allen Anwesenden den Spruch „I am God“ präsentierte, den sie sich vorher aufgemalt hatte. Super, das kennen wir ja nicht anders – wie innovativ! *gähn*

Ohne feministischen Hintergrund hätte man die Gute wohl einfach als arme Irre in die nächste Psychiatrie eingewiesen. Ich frage mich, warum man das nicht einfach gemacht hat. Jedenfalls geht Kardinal Meisner meines Wissens dieses Jahr mit seinen 80 Jahren in den Ruhestand, so dass der Protest natürlich total sinnvoll war. Nicht. Ganz zu schweigen davon, dass auch Kardinal Meisner ein Recht auf seine Meinung hat, wenn er z.B. Abtreibungen ablehnt. Das ist auch nicht meine Meinung und mit dem Christentum habe ich auch seit meinem Kirchenaustritt zum 18. Lebensjahr nichts mehr am Hut. Aber es wäre mir im Traum nie eingefallen, deshalb Randale bei Gottesdiensten zu veranstalten, auch wenn mir da wesentlich stichhaltigere Gründe für einfielen als eine eher belanglose Meinung einer kirchlichen Einzelperson, die mit der aktuellen Rechtslage zum Thema Abtreibung nichts zu tun hat und altersbedingt auch in der Institution Kirche ungefähr noch eine ähnliche Relevanz haben dürfte wie der Kölner EXPRESS für die bundesweite Presse-Landschaft.

Ich finde es mehr als befremdlich, wenn Jospehine Witt meint, das sie ausgerechnet in einer Weihnachtsmesse ihren exhibitionistischen Unfug veranstalten muss, denn man kann davon ausgehen, dass dort zahlreiche Kinder und Jugendliche anwesend gewesen sein dürften und Witts Nacktauftritt besonders auch auf diese verstörend gewirkt haben dürfte. Letztlich hatte sie ja kaum mehr am Leib als eine Art Lendenschurz. Dazu hat sie mit dem Betreten des Altars diesen entweiht. Das aber nicht, weil sie eine Frau ist, sondern weil es einfach nicht zum christlichen Ritus gehört, sich auf den Altar zu stellen und damit über alle anderen Anwesenden zu erheben. Wenn Josephine Witt unbedingt nackt auf einem Podest stehen wollte, so hätte sie das im Kölner Pascha wesentlich einfacher haben können, wäre aber wahrscheinlich von den dort anwesenden Sicherheitskräften nach ihrem Geblöke nicht annähernd so freundlich herausbefördert worden wie von den Domschweizern.

Dazu kommt der Slogan „I am God“ bzw. „Ich bin Gott“, der einen Angriff auf jeden in der Messe anwesenden Gläubigen und sein Glaubensbekenntnis darstellte. Man möchte der nackten Närrin „Memento moriendum esse!“ zurufen, wenn der Begriff Närrin in Köln nicht einfach harmlos mit einer karnevalistisch aktiven Person gleichgesetzt würde. Offenbar haben auch die bisher drei Semester Philosophie-Studium nicht ausgereicht, um bei Witt für eine ausreichende Bildung, ein angemessenes Sozialverhalten und ein Mindestmaß an Respekt gegenüber allen Weltanschauungen außer ihrer eigenen feministischen zu sorgen. Das ist bedauerlich und führt die Behauptung, dass Frauen an den Hochschulen ja so viel toller und erfolgreicher als Männer seien, ad absurdum.

Und was will Josephine Witt eigentlich? Natürlich ist das Christentum vorrangig ein Männerclub, aber das sind Judentum, Islam und auch viele andere Glaubensrichtungen ebenso. Allerdings hätte sie bei einem ähnlichen Auftritt in einer Moschee diese vermutlich nach einer wütenden „Behandlung“ durch die Anwesenden nicht mehr aufrecht gehend verlassen können und beim vergleichbaren Blankziehen in einer Synagoge hätte sie vermutlich eine wesentlich härtere Strafe zu erwarten. Also was will sie? Lukrative Führungspositionen in der katholischen Kirche für blökende, respektlose Flitzerinnen mit ein paar Semestern Philosphiestudium? Selten so gelacht!

Gegen Josephine Witt wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Störung der Religionsausübung erstattet und ich hoffe, dass sie von einem konservativen Knochen von Richter endlich einmal ihre Grenzen aufgezeigt bekommt. Da sie aber vom Alter her wohl noch als Heranwachsende verurteilt werden dürfte, wird dies wohl leider nicht geschehen. Kardinal Meisner hingegen schloß sie in seinen Segen mit ein: „Jeder hat den Segen verdient, sogar die verwirrte Frau vorhin. Sie schließe ich mit ein, sie hat es wohl auch am Nötigsten.“ Das war auf jeden Fall eine recht coole Reaktion des Kardinals auf diese dümmliche Aktion der Femen. Ebenso lustig wie dreist mutet es hingegen an, dass Josephine Witt Anzeige gegen die Domschweizer wegen Körperverletzung erstattet hat. Vielleicht ist ihr ja der Notwehr-Paragraph und dessen Auslegung nicht bekannt, aber in diesem Fall dürfte selbst das weibliche Opferabo nicht funktionieren und einen nicht unerheblichen Teil möglicher Verletzungen hat sie sich durch ihr Gezappel und ihre Gegenwehr einfach selbst zuzuschreiben. Dazu kommt eine Anzeige Witts gegen einen Kölner Unternehmer, der es sich offenbar nicht nehmen ließ, ihr mit einer Ohrfeige sein Missfallen persönlich zu bekunden. Doch auch hier erscheint eine Verurteilung meines Erachtens unwahrscheinlich, denn mit ihrem Slogan, dass sie Gott sei, hat sie ja auch diesen in seinem Glaubensbekenntnis angegriffen, so dass er ebenfalls ein Notwehrrecht hatte. Ob dies in dem Fall und zu diesem Zeitpunkt noch notwendig war, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Inzwischen ist bekannt geworden, dass sowohl der Kölner EXPRESS als auch eine Paparazzi-Agentur vorab über die geplante Aktion im Kölner Dom informiert worden waren. Femen scheint vor den lächerlichen Flitzeraktionen gezielt die Öffentlichkeit der Medien zu suchen und ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass Femen sich diese Information samt Bildern – ggf. gar exklusiv – verdammt gut bezahlen läßt:

Nur Hans Paul bleibt klar und gerade. „Aus dem Umkreis“ der jungen Frau, schreibt er auf Anfrage, sei die Agentur benachrichtigt worden. „Leider kam unserem Paparazzo in Köln der Express in die Quere und nahm uns die Exklusivität. Dadurch entstand ein Verlust von mindestens 100.000 Euro, was mir eine schlaflose Nacht raubte“. Ganz so schrecklich war es dann unterm Strich doch nicht: „Wir konnten noch gut international verkaufen, wie an die englische Sun und auch in die USA und Südamerika“.

Ein interessantes Geschäftsmodell, das Femen da offenbar verfolgt. Vielleicht sollten im Rahmen des Prozesses gegen Josephine Witt auch die informierten Redakteure des EXPRESS und dieser Hans Paul vernommen werden, ob und wie viel Geld vorab oder als Honorar für die Bilder an Femen oder auch direkt an Josephine Witt geflossen ist. Sollte dem so sein, so würde hier billiger Titten-Krawall dazu missbraucht, mit unrechtmäßigen Aktionen nicht gerade wenig Geld zu verdienen, wenn ich etwas von 100.000 Euro Verlust lese. Gleiches gilt für die Putin- und die Tunesien-Aktionen von Jospehine Witt und ihren kreischenden Mitstreiterinnen, die eigentlich den meisten Leuten nur noch auf die Nerven gehen. Wie viel Geld ist da von den Medien auf die Konten von Femen und einzelnen Aktivistinnen geflossen?

Der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp meinte zu Witts Aktion lediglich:

„Was immer das Anliegen sein mag, sie macht es sich selbst kaputt. Ein solcher Mangel an Respekt und Anstand disqualifiziert sich selbst.“

Genau das ist der Punkt. Femen fällt ja nicht erst seit gestern durch solche Aktionen auf, die vor allem von einem eklatanten Mangel an Respekt und Anstand zeugen. Aber Argumentieren  und Diskutieren sind halt intellektuell anspruchsvoller als sich ein paar kleine Slogans auf die Brüste zu pinseln und damit schreiend vor irgendwelchen Kameras herumzurennen.

Besonders lustig fand ich Witts Auftritt bei Markus Lanz gegen die Fußball-WM in Katar bzw. der dort herrschenden Zustände in Sachen Menschen- und Arbeitnehmerrechte. Dort liefen Witt und Mitstreiterinnen durch das Bild, das Reden überließen sie aber einem Mann. Das wiederum wundert mich nicht, denn die argumentative und intellektuelle Tiefe der meisten Femen-Aktivistinnen scheint mir nicht über ihre Körbchengröße hinauszugehen.

Aber wer weiß, vielleicht geht es Femen ja schon lange nicht mehr um irgendwelche mehr oder weniger berechtigten Anliegen, sondern nur noch darum, mit Bild- und Pressehonoraren von ihren billigen Flitzer-Aktionen sich selbst zu bereichern.

Nachtrag: Birgit Kelle hat zu der feministischen Weihnachtsrandale von Femen einen mal wieder sehr lesenswerten Artikel verfasst. Sie würde ebenfalls lieber auf Augen- statt auf Brusthöhe diskutieren.