Zitat des Tages

Der Feminismus ist der quietschende Ton in einem Konzert, das sowieso auf dem Spielplan stand. Da gab es nichts Notwendiges und nichts Neues. Der Feminismus hat nichts Gutes, das es nicht auch an anderer Stelle gegeben hätte. Das Eigene wiederum, das der Feminismus hat, ist nicht gut. Was sind denn die besonderen Kennzeichen? Jeder verabscheut Gewalt und Unrecht. Es ist nicht so, dass wir erst feministische Stimmen gebraucht hätten, damit uns die „Gleichberechtigung“ (die sowieso nicht das Anliegen des Feminismus ist und die es auch längst gibt) schmackhaft gemacht werden müsste. Von feministischer Seite wurde kein „notwendiger Kampf“ für „Gleichberechtigung“ geführt. Im Gegenteil. Der Feminismus zerstört mit seiner Gleichstellungspolitik die Gleichberechtigung.

Bernhard Lassahn

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3 Gedanken zu „Zitat des Tages

  1. Der nachdenkliche Mann

    Ziemlich radikal. Für die heutige Zeit trifft das sicherlich zu. Aber ob man das so ganz allgemein sagen kann? Ich denke schon, dass gerade der Feminismus der ersten Welle berechtigt war. Wobei man natürlich streiten kann, ob man den als Feminismus bezeichnet oder eher – so wie es die Akteure damals auch getan haben – als Frauenrechtsbewegung.

  2. maennerstreik Autor

    Was ist denn an der Realität radikal? Wir haben es vielmehr dem Feminismus und der polituschen Korrektheit zu verdanken, dass man kaum noch klar die Fakten aussprechen darf, sondern rumschwurbeln und rumdrucksen soll, immer recht freundlich und bloß nicht zu kritisch.

    Klar, waren die erstne Ansätze der Frauenbewegung richtig und notwendig, aber durchgesetzt wurden alle Neuerungen und rechtlichen Änderungen von Männern oder Männern und Frauen aus Vernunftsgründen gemeinsam, nicht von dem kreischenden Lesben-Mob des Feminismus, der diese „Erfolge“ für sich proklamiert hat. Faktisch ist der Feminismus tot, ein paar irre Lesben und männerhassende Gestörte halten ihn künstlich am Leben mit geistloser Empörungsheuchelei aus der Ecke #aufschrei & Co. und schauen, was sie noch an Vorteilen, Privilegien, Pöstchen und Fördergeldern unter dieser Flagge abzocken können.

    1. Der nachdenkliche Mann

      Wie gesagt, ich denke schon, dass da für heute was dran ist.
      Allerdings regt dein Kommentar in mir jetzt stärkeren Widerspruch an, als ursprünglich der Fall gewesen ist. Da du aber ein Freund des klaren Aussprechens von Fakten bist, wirst du mir das nicht übel nehmen.

      Ich finde schon, dass man auch über die jüngeren Ideen des Feminismus mal vorbehaltlos nachdenken darf. Und ich finde auch, dass es da einiges gibt, was durchaus etwas für sich hat. Wenn man sich mal das Konzept der Intersektionalität zu eigen macht – einfach mal als intellektuelles Spielchen – kommt man auf einige interessante Aspekte. Oder die Aussage, der Feminismus habe Geschlecht (oder Gender) sichtbar gemacht – da ist durchaus etwas dran. Und wir Maskulisten übernehmen diesen Standpunkt ja vollkommen selbstverständlich, wenn wir auf männerspezifische Benachteiligungen hinweisen. Das könnten wir nicht, würde der Feminismus dies umgekehrt nicht auch tun.
      Jede Theorie ist wie eine Brille, durch die man die Realität wahrnimmt. Jede Brille macht unterschiedliche Aspekte sichtbar, während andere im Schatten verschwinden. Das gilt auch für den Feminismus. Soweit sehe ich da nicht viel schlimmes.

      Schlimm wird es m.E. erst dann, wenn Leute mit dieser Brille vollkommen verwachsen und versuchen, die ganze Welt dadurch zu erklären – und dadurch eben andere Dinge ausblenden. Diese Gefahr birgt jede Theorie. Aber eine derartige Entfremdung, wie sie die Anhänger des Feminismus an den Tag legen, kennt die Weltgeschichte sonst nur von den Anhängern des Marxismus-Leninismus.
      Und ich warne davor, dass wir als Reflex darauf den gleichen Fehler begehen: Dass wir nämlich, so wie die Feministen radikal alles gut finden, was sich ihresgleichen ausdenken, alles schlecht finden, was aus deren Richtung kommt. Das ist auch nicht die Lösung.

      Nicht zuletzt sollte man im Kopf behalten, dass viele Menschen zumindest das Gefühl haben, dem Feminismus vieles zu verdanken. Ob das wirklich so ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Wenn man dann aber den Feminismus als ganzes verteufelt, stößt man unweigerlich jene Leute vor den Kopf und macht sie sich zu Feinden. Ich rede da nicht von den bescheuerten Twitter-Feminists, sondern von ganz normalen Leuten, die in der Materie nicht so tief drinstecken wie wir.

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