Der ESC2014, Conchita Wurst und Arne Hoffmanns Irrtum

Ich muss zugeben, dass der Eurovision Song Contest mich meistens absolut gar nicht interessiert, da einerseits die Musik dort in der Regel nicht meinem Geschmack entspricht und andererseits dieser ganze Schlager- und Pop-Kram dermaßen langweilig und monoton rüberkommt, dass ich mir so etwa nicht über Stunden antun muss. Das einzige Mal, wo ich den ESC wirklich verfolgt habe, das war 2006, als Lordi am ESC teilnahm und diesen sogar gewann. Da habe ich sogar selbst mehrfach angerufen. Aber sonst? Nö.

Nun war also gestern wieder ESC in Kopenhagen und Österreich hat mit dem bärtigen Transvestiten Conchita Wurst gewonnen. Beziehungsweise es war politisch gewollt, dass dieser gewinnt. Schließlich soll auf der einen Seite die politische Agenda des Gender Mainstreamings weiter penetriert werden, auf der anderen Seite eignet sich so etwas natürlich bestens, um politisch die Distanz gen Osten, insbesondere gegenüber Russland, zu erhalten und vielleicht gar noch auszubauen. In einer Umfrage von n-tv äußerten nämlich knapp 90% der Deutschen Verständnis für Putins Kurs in Sachen Krim –  das kann natürlich weder die parasitäre EU noch der Big Brother USA so stehen lassen.

Wenn Arne Hoffmann nun also meint, dass Europa von Conchita Wurst begeistert sei, nachdem er zunächst alle Menschen mit anderer Meinung wahlweise als Rechte oder – zumindest seiner Meinung nach – mehr oder weniger tumbe Fans von Akif Pirincci diffamiert  (als wenn das eine taugliche Diffamierung sein könnte) , dann irrt er sich und nutzt gleichzeitig einen ähnlich schlechten und diffamierenden Stil wie manche Feministin oder manch akademisches Mietmaul der gendergeilen Böll-Stiftung, die ja gerne gegen Männerrechtler zu Felde zieht und auch ihn selbst oft genug ins Visier genommen hat. Vielleicht färbt das so langsam ab?

Offenbar hat Arne Hoffmann es leider nicht verstanden, dass man als einzelner Zuschauer des ESC auch viele Male hintereinander per Telefon abstimmen kann und es daher nicht unbedingt die Abstimmung einer Mehrheit gewesen muss, die den Sieg von Conchita Wurst aka Tom Neuwirth herbeigeführt hat. Denn erst einmal müssen die Leute sich überhaupt für den ESC interessieren und bereit sein abzustimmen. Wie viele werden das wohl in jedem Land sein sein? Auf jeden Fall nicht genug, dass nicht ein paar starke Gruppen von Homo- und Transsexuellen samt Dunstkreis in allen teilnehmenden Ländern mit massenhaften Abstimmungen bei eigens abgehalteten ESC-Parties entsprechend manipulativ tätig sein könnten. Das war nämlich seinerzeit mit Lordi bei vielen Leuten in meinem Umfeld auch der Fall. Man traf sich privat oder an einer öffentlichen Location mit TV und stimmte immer und immer wieder ab. Es ist also ein Irrtum, wenn Hoffmann aus dem Abstimmungsverhalten der Zuschauer auf eine angebliche Begeisterung für Conchita Wurst schließt, der/die/das ja schon zuvor von den Medien immer wieder als Paradiesvogel präsentiert und glorifiziert dargestellt worden war.

Ich habe mir den Song von Conchita Wurst dennoch einmal auf Youtube angeschaut und muss sagen, dass es für das übliche Tralala beim ESC ganz okay klingt, da habe ich schon Schlimmeres dort gesehen und gehört. Je nachdem wie stark nun die Konkurrenz war, haben vielleicht auch so einige Normalos dafür gestimmt, aber eine echte Begeisterung für diese bärtige Kunstfigur vermag ich daraus nicht erkennen. Vom Gesicht her könnte man ja fast meinen, es handele sich bei Conchita Wurst um einen schönheitsoperierten Abklatsch des Langenfelders Menderes Bağcı, der ja durch seine zahlreichen Auftritte bei der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ auch halbwegs bekannt geworden ist und heute sicher ebenfalls eine gewisse Fangemeinde hat. Auch hier stimmen dessen Fans bei seinen Auftritten bei DSDS immer wieder mehrfach für ihn ab, damit er eine Runde weiterkommt, obwohl diese Fans in Relation zu den gesamten Zuschauern auch nur eine kleinere Gruppe sein dürften.

Wenn also der von Arne Hoffmann zitierte Stefan Niggemeier meint:

Anders als man es vielleicht erwarten konnte, gab es keine große Kluft zwischen den Menschen in West– und Ost-Europa, was die Bereitschaft anging, für die Drag-Queen zu stimmen. Wenn man in ihrem Sieg ein Votum für Toleranz sehen will, war es ein Votum, das von west– und osteuropäischen Menschen ausging.

Dann belegen beide dadurch vor allem, dass sie nicht begriffen haben, diesen Umstand zu hinterfragen, weil das ja nicht politisch korrekt wäre. Natürlich wird es in West- und Osteuropa die oben genannten Gruppen und Fans geben, die immer und immer wieder angerufen haben dürften. Die Toleranz und Akzeptanz für Homosexuelle und Transvestiten dürfte aber in West- und Osteuropa durchaus unterschiedlich sein, sonst würden z.B. die kreischenden Weibsbilder von Femen dort nicht dauernd barbrüstig mehr Toleranz für Homosexuelle einfordern.

Dass hier offenbar gleich zwei relativ bekannte Figuren der Netzöffentlichkeit einem Irrtum aufsitzen und diesen auch noch öffentlich feiern, ist schon äußerst befremdlich.

PS: Ich bin wohl nicht der einzige, dem der Hype um die Wurst auf die Eier geht:

„Mit dieser verschwulten Zumpferl-Romantik kann ich nichts anfangen. Wie jemand seine Sexualität auslegt, ist jedem selbst überlassen. Aber dass das ständig an die große Glocke gehängt werden muss: ‚Ha, wir sind so benachteiligt … und wir sind eine Minderheit‘, dieses Gesülze geht mir ordentlich auf den Wecker“, echauffierte sich der 47-Jährige im Gespräch mit der Wochenzeitschrift.

Hadmut Danisch kritisiert ebenfalls diese Neudefinition der Toleranz.

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4 Gedanken zu „Der ESC2014, Conchita Wurst und Arne Hoffmanns Irrtum

  1. emannzer

    Endlich sagt es mal jemand. Und ich denke, dass dies nichts mit Intoleranz zu tun hat oder irgendwelcher Homo-, Queer- oder sonstwas für Phobie(n), Dieser ESC war eine politische Veranstaltung und glaube mal keiner, dass die oben erwähnte Lobby nicht die (bis zu zwanzig erlaubten Anrufe) größtenteils als Zuschauerumfrage ‚missbraucht‘ hat. Die sind gut organisiert und dürften ihre Leute mobilisiert haben. Das ist aber nur eine Vermutung von mir.

    Initialisiert wurden sie durch die Medien, denn es verging kein Tag, ohne dass diese Wurst auf jedem erdenklichen Online-Auftritt promoted wurde bzw. den Lesern vor die Augen geknallt sein dürfte. Und interessant ist auch, dass die deutsche Fachjury dem/der Kandidatin/en Null Punkte gab.

    Selbst die eher feministische SZ (Süddeutsche Zeitung) übt sich übrigens und mittlerweile in Nachdenklichkeit über die eigene Berichterstattung: http://www.sueddeutsche.de/medien/esc-siegerin-conchita-wurst-europa-einig-tolerant-von-wegen-1.1959315

    Noch unverständlicher ist für mich, dass das Alter Ego „Tom Neuwirth“ ein eigentlich recht ansehnlicher Mann ist, der es prinzipiell nicht nötig hätte, sich mit Kunstbart und Perücke auf der Bühne zu postieren. Hätte er dann gewonnen, hätte es wohl nicht so polarisiert. So erscheint es aber wie eine mediale Kampagne (das ORF hatte ihn ohne Vorauswahl nominiert) welche im Umfeld Russland inszeniert wurde.

    Insofern verstehe ich den Hype sogar, zu dem mittlerweile zurückgerudert wird. Ich kenne niemanden, der vom Gewinner angetan ist und mein Kind, mit dem ich diesen ESC gesehen habe, war vollkommen entsetzt von diesem Anblick.

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