Mundtote Männerrechtler?!

Aktuell verbreiten die selbsternannten „gemäßigten Maskulisten“ wieder allerlei Gegacker in der Männerrechtler-Szene. Der Hintergrund ist allerdings ein äußerst lächerlicher. Monsieur „Wortschrank“ hat sein Blog geschlossen. Na und? Da tat sich in den letzten Wochen manches Mal noch weniger als hier, weil der Urheber wohl viel lieber auf Twitter mit Feministinnen kuschelte, während ich eher auf Facebook aktiv bin, weil ich Twitter und auch so manche Nutzer dort oft genug einfach nur für grenzwertig halte.  Jene Gestalt also, die vor einigen Wochen einen nicht unerheblichen Teil meiner Abscheu auf sich zog, weil er alle Männerrechtler dämonisierte und in eine radikale Ecke nach dem Schema „gelbes Forum“ (gemeint ist http://www.wgvdl.com) pressen wollte, die nicht seinem ach so tollen Beispiel folgen wollten, sich wegen jedem kleinen Pups bei rotzfrechen Feministinnen zu entschuldigen und fortan ausschließlich Warmluft generierend mit seinen 2-3 Lieblingsfeministinnen devot zu „diskutieren“ – ungefähr nach diesem Schema. Generell ging mir sein alberner Pathos um seine noch albernere, öffentlich zelebrierte „Entschuldigung“ ziemlich auf die Nerven. So etwas macht man persönlich per Mail oder DM mit seinem Gegenüber aus, wenn man nicht unbedingt eine Erhöhung des eigenen Selbst damit verfolgt. Und genau so von oben herab hat Monsieur Wortschrank fortan mit allen anderen Männerrechtlern gesprochen: als wäre er jemand oder etwas besseres, bloß weil er vor einer rotzfrechen Feministin, die Männerrechtler gerne mal mit Goebbels vergleicht oder ihnen empfiehlt sterben zu gehen, den Kotau zelebrierte. Das ging nicht nur mir, sondern auch manch anderen Männerrechtlern auf den Sack.

Als Grund für die Schließung seines Blogs gab Monsieur Wortschrank an, dass er angeblich „aus der Anonymität gerissen“ worden sei, weil irgendwer – jetzt kommt’s – einen Teil seiner Mailadresse veröffentlicht haben soll, so dass er Repressalien aus seinem sozialen Umfeld und vermutlich vor allem von seiner prügelnden Ex befürchtete. Und weil er wohl mit dieser prügelnden Ex Kinder hat, offenbar ein normales Umgangsrecht vereinbaren konnte und nun ja alle böse seien, weil sein fragiler Frieden mit seiner Ex und seine Familie auf dem Spiel stünden. Ich dachte mir dazu nur drei Dinge:

  • „Hat da etwa wieder jemand vorname.nachname@provider.de benutzt?“
  • „Wer benutzt eine Mailadresse mit echtem Namensbestansteil, wenn er anonym bleiben will?“
  • „Ist es so schwer, eine eigene Mailadresse bei einem Freemailer einzurichten?“

Lustig wurde das Ganze dann aber, als sich herauskristallisierte, was gemeint war: udo1971, was wohl bei einem Screenshot in einem anderen Blog noch zu sehen war, bei dem allerdings der Provider und auch manch andere Informationen wie die IP-Adresse anonymisiert waren. Aha. Wer hat in seinem Pass „udo1971“ stehen? Und kann ich mir dann auch einfach so etwas wie vornameYYYY als Name eintragen lassen? Natürlich nicht. Das ist ein banales Pseudonym aus einem mehr als geläufigen Vornamen zusammen (ob es der echte Vorname ist, weiß niemand) mit einer Jahreszahl, die meistens dem Geburtsjahr entspricht. Monsieur Wortschrank meinte, dass man so und mit den Dingen, die veröffentlicht hatte, auf seine Person schließen könne. Also alles, was ich über diese Gestalt weiß, das ist, dass er wohl getrennt oder geschieden ist, von seiner Ex häusliche Gewalt erfahren und mit ihr Kinder haben soll. Und jetzt noch ein Vorname plus Geburtsjahr. Was soll daran nun eine Gefahr für ein anonymes Blog darstellen? Diese paar Faktoren dürften auf relativ viele Personen zutreffen, denn getrennt sind viele und Kinder haben ebenfalls viele, sicherlich auch so mancher Udo aus dem Jahrgang 1971.

Die ganze Hysterie ist also absolut unangemessen und ich habe vielmehr den Eindruck, es soll ein feindseliges Klima gegen all diejenigen Männerrechtler geschaffen werden, die im ersten Anlauf dem vermeintlichen Vorbild von Monsieur Wortschrank nicht gefolgt sind und sich diesem Quatsch auch nachhaltig verweigern, vom Männerrechtler zum handzahmen Bettvorleger für Feministinnen zu werden. Entsprechend groß war eben das Gegacker von Monsieur Wortschranks Fankurve und seinen Lieblingsfeministinnen, die so ein persönliches Schoßhündchen ganz toll fanden, das sie praktisch wie ein Schild gegenüber allen anderen Männerrechtlern vor sich her tragen konnten, um ihrem feministischen Geschwätz in Diskussionen mehr Gewicht zu verleihen, obwohl es inhaltlich daran meistens mangelt.

Nachdenklich stimmt es mich aber, wenn selbst Arne Hoffmann auf diese billigen Inszenierungen hereinfällt (oder sie vielleicht sogar gutheißt und unterstützt?), die unsereins seit dem Erscheinen des Wortschrank-Blogs aufgetischt wurden. In einem aktuellen Blogbeitrag bei Genderama beklagt Arne jedenfalls, es sei ein Blogger der Männerbewegung mundtot gemacht worden und er stellt alle nicht im Wortschrank-Sinne „gemäßigten“ Maskulisten auf eine Stufe mit den Fundamentalisten, wie jene, die den israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin ermordet haben.

Sag mal, Arne, geht es nicht eine Nummer kleiner? Ich meine, Du stellst da Analogien her zwischen einem Friedensnobelpreisträger auf weltpolitischem Parkett mit großen Verdiensten, der ermordet wurde, und einem 0815-Blogger bzw. Ex-Blogger, dessen einziger „Verdienst“ darin bestand, sich einerseits bei einigen Feministinnen zum Kraulen auf den Schoß zu werfen und andererseits – bestärkt und angetrieben von seiner Fankurve – alle anderen Männerrechtler in die radikale Ecke zu stellen. Das ist alles andere als ein Rabin, sondern gleicht exakt dem schäbigen Verhalten von so manchen akademischen Mietmäulern gewisser Stiftungen, die Männerrechtler gerne mit Rechtsextremen und Anders Breivik in eine Ecke stellen. Was sie übrigens mit Dir als linkem Männerrechtler, Arne, auch gerne gemacht haben. Deshalb finde ich es sonderbar, dass Du eine vergleichbare Entwicklung innerhalb der Szene der Männerrechtler nun offenbar begrüßt oder gar noch davon begeistert bist. Die unterstellte ethnische Säuberung wurde hier ganz klar von den sogenannten „gemäßigten Maskulisten“ gegen alle anderen betrieben bzw. versucht, nicht umgekehrt!

Ach ja, bevor ich es vergesse: Bei Twitter bezeichnete sich Wortschrank aka Abraxas1971 zuletzt als Feminist mit Maskulationshintergrund – also alles andere als ein Männerrechtler, inhaltlich passte diese Selbstbeschreibung allerdings ganz gut zu seinem Tun. Denn wer nicht mit dessen Lieblingsfeministinnen „diskutieren“ oder kuscheln wollte, der war bei ihm sogleich persona non grata.

Es gibt bereits seit geraumer Zeit Gerüchte, dass so manche sogenannte Männerrechtler aus der „gemäßigten“ Ecke eine Art Gipfeltreffen planen und auch im Raum steht, dass Pöstchen verteilt werden sollen, die dem von Gleichstellungs- oder Frauenbeauftragten ähneln. Vor diesem Hintergrund ist es natürlich logisch, dass sich manche Leute mit einer besonders weichen Variante des Maskulismus in den Vordergrund drängen und das Buhlen um solche Pöstchen beginnen, da sie vielleicht bereits viel Zeit in das Thema investiert haben. Dann frisst man auch schon einmal das eine oder andere Kilo Kreide, bevor man einen Blogbeitrag verfasst, verbündet sich mit der Gegenseite und verleumdet alle anderen Männerrechtler als vermeintliche Radikale. Damit der Maskulismus die gleiche Monotonie erhält wie der Feminismus, seit Alice Schwarzer ihn an sich gerissen hat, um damit Millionen zu machen. Dass gleichzeitig manche Männerrechtler wegen des von Wortschrank & Co. initiierten Zoffs bereits ein Problem mit dem Label „Maskulist“ bekommen, ist natürlich egal, wenn es um das mögliche Abgreifen von Pfründen geht.

Vielleicht sollte so mancher mal in sich gehen, der den ganzen inszenierten Unfug um Wortschrank und seine Feministinnen beklatscht und schon fast als „neuen Maskulismus“ gefeiert hat. Auch Du, Brutus Arne.

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2 Gedanken zu „Mundtote Männerrechtler?!

  1. tom174

    *seufz* Nein, ich habe nicht wegen des Zoffs ein Problem mit dem Label. s. Kommentare, s. meinen allerersten Blogpost. Auch wenn ich viele maskulistische Positionen vertrete, sehe und sah ich mich nie als Maskulisten. Auch darüber habe ich schon einiges geschrieben, z.B. auch bei der Blogparade Blogparade
    Der Streit, eine komplette Nebensache. Ja ich weiss, ich habe auch drüber geschrieben, aber eben nur wegen dem Lagerdenken, nicht wegen dem Streit.

  2. Pingback: Wer hat Angst vorm Fundamentalismus? « jungsundmaedchen

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