Ein paar Begrifflichkeiten zu Maskulisten und deren Unterteilung

Früher war ja grundsätzlich alles besser. Wie ich schon einmal in einem früheren Artikel ausgeführt habe, gab es früher nur Maskulisten als die legitimen Gegenspieler des Feminismus und eine übersteigerte Variante, die mit dem Begriff des Maskulinisten bezeichnet wurde und sich auf Leute bezog, die anstelle der Gleichberechtigung die männliche Überlegenheit und eine übersteigerte Männlichkeit postulierten. Üblicherweise wurden unter den Maskulinisten auch die rechten und rechtsextremen Subjekte zusammengefasst, die sich an das Männerthema rangewanzt hatten. Damit waren die Verhältnisse und Fronten klar und überschaubar.

Inzwischen haben sich die Begrifflichkeiten offenbar gewandelt, deshalb sind einige Erklärungen notwendig. Allerdings haben die Männerrechtler  diese Veränderungen nur bedingt selbst zu verantworten, teilweise wurden auch einfach von der Gegenseite und ihren propagandistischen akademischen Mietmäulern bei überwiegend feministischen Organisationen wie der Böll-Stiftung einfach Maskulisten und Maskulinisten in einen Sack gesteckt, um einfach alle Männerrechtler als potentielle Neonazis, Breiviks und dergleichen verleumden zu können.

Nun geschah es vor einigen Wochen, dass sich auch der Begriff des Maskulisten weiter auffächerte. Hintergrund waren einige Leute, die sich bis dahin wohl als Maskulisten bezeichnet hatten, aber nun meinten, dass es doch besonders toll und innovativ sei, sich mit einer Handvoll Feministinnen zu unterhalten, die ihrerseits lediglich rotzfrech, provokativ und rechthaberisch daherkommen und ihr naives Gegenüber wahrscheinlich primär auslachen.  Jeder Maskulist mit gesundem Menschenverstand würde sich diesen Quatsch sparen, aber manche der sich als „gemäßigte Maskulisten“ bezeichnenden Leute finden daran offenbar Gefallen.

Aber sei es drum, ich habe in den letzten Wochen einige Überlegungen angestellt um diese Veränderungen angemessen einzuordnen, ohne gleich von einer Spaltung zu reden, wie es mancherorts geschah. Denn wenn wir erst einmal anfangen von Spaltung zu reden und uns von diesen „gemäßigten“ Witzfiguren in deren Richtung verbiegen lassen, können wir auch gleich als Bettvorleger der Feministinnen und lila Pudel enden und den Kampf für echte Gleichberechtigung einstellen.  Das ist aber nicht der Sinn der Sache, deshalb habe ich grob folgende Unterteilung vorgenommen:

  • Radikale Maskulisten (ultra masculists)
    Siehe oben, früher unter dem Begriff Maskulinisten zusammengefasst, verfolgen anstelle der Gleichberechtigung die männliche Überlegenheit (male supremacy) und postulieren eine übersteigerte Männlichkeit. Hier sind u.a. auch rechte und rechtsextreme Figuren anzutreffen.
  • Zielgerichtete Maskulisten (straight masculists)
    Dazu dürfte der Großteil der bisherigen Maskulisten gehören, die sich im demokratischen und humanistischen Rahmen für Männer- und Väterrechte einsetzen. Sie sind nicht nur die legitimen Gegenspieler der Feministinnen, sondern in der Regel auch daran interessiert, die durch dem Feminismus verursachte Spaltung zwischen Männern und Frauen in der öffentlichen und privaten Sphäre zu überwinden.
  • Gemäßigte Maskulisten (moderate masculists)
    Siehe oben, darunter fallen jene, die sich gerne in sinnlose und einseitige Diskussionen mit vermeintlich ebenso gemäßigten Feministinnen begeben, ohne dass es für Männerrechte und echte Gleichberechtigung wirklich ein Gewinn wäre. Manche davon sollen gerüchteweise auch auf irgendwelche Pöstchen bei in Entstehung befindlichen Institutionen scharf sein.

Ich denke, diese Differenzierung war dringend notwendig, denn ich hatte in den letzten Wochen streckenweise Bauchschmerzen mich noch als Maskulist zu bezeichnen. Mit der Bezeichnung straight masculist kann ich nun hingegen sehr gut leben.

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8 Gedanken zu „Ein paar Begrifflichkeiten zu Maskulisten und deren Unterteilung

  1. wollepelz

    Darf ich Dir aber verraten, dass eine Aufteilung in drei Begriffe nichts anderes als eine Aufspaltung ist? 😉

    Man könnte die Begriffe durchaus synonym verwenden. 😛

      1. wollepelz

        Stimmt. Die Aufteilung ist wirklich sehr fein, kaum spürbar. Daher: Wie komme ich nur auf den Trichter, dass es sich um eine Unterteilung des Überbegriffes „Maskulismus“ handelt. Es sind nur ganz feine Nuancen! Mea culpa! 😀

      2. wollepelz

        Leidest Du etwas unter „Sarkasmophobia“?

        Ist leider krankhaft bei mir, dass ich immer so karsastisch bin. 😉

  2. tom174

    Hmm. ich finde mich da nicht. Ich setzte mich weder für Männerrechte noch für Väterrechte ein. Menschenrechte, jo. Ich will nur, dass die Männer nicht noch mehr benachteiligt werden.. gemäßigter antifeminist?

  3. wollepelz

    Den ersten „Gegenartikel“ im feministischen Stil, habe ich gerade schon lesen müssen.

    Was meinen die eigentlich, wofür man kommentieren kann? Die erzählen immer einen von Dialog und „man muss ja miteinander reden….!“ und blablabla. Selber aber meiden sie den Dialog und schreiben direkt irgendwelche beleidigenden Artikel.

    So what?

    Ich rede ja nach wie vor davon, dass gewisse Dinge, die Szene kürzlich gespaltet hat. Bleibe ich auch bei. Die Reaktion des französischen „Maskulisten“ zeigt es ja erneut.

    Ich bin halt der Prolet im eigenen Land, der nichts zählt. 😀

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