Archiv für den Monat September 2013

Der Barilla-Skandal, der keiner ist

Was gab es wieder einen #Aufschrei in den letzten Tagen! Nicht mitbekommen? Gut, dann sind Sie vermutlich nicht bei Twitter, denn dort versammelt sich ja spätestens seit der hirnrissigen #Aufschrei-Kampagne, bei der mit gleichem Empörungslevel Vergewaltigungen mit fehlgeschlagenen Anmachsprüchen in einen Sack geschmissen und allen Männern pauschal als Alltagssexismus angelastet wurden, besonders gerne – bevorzugt aus der Berliner Ecke – allerlei Grüppchen, die meinen, dass ausgerechnet sie und nur sie immer und überall diskriminiert würden. Da läuft manchmal schon fast eine Art Wettbewerb, wer das größere und bemitleidenswertere Opfer ist, das deshalb mit (Medien-)Aufmerksamkeit, Fördergeldern und anderen Geschenken der Allgemeinheit bedacht werden müsse.

Auslöser war ein Interview mit dem Chef des Barilla-Konzerns, Guido Barilla:

„Für uns ist das Konzept der heiligen Familie ein fundamentaler Wert in der Firma“, sagte Barilla dem Sender Radio24. Daher würde er niemals Werbung mit einer homosexuellen Familie machen.

Das Unternehmen, das auch Kekse und Brot herstellt, legt in seinen Werbespots viel Wert auf die Vater-Mutter-Kind-Harmonie. „Unsere Familie ist eine klassische, in der die Frau eine fundamentale Rolle spielt.“

Jeder normale Mensch wird sich da jetzt fragen: Wo ist der Skandal? Der Witz ist: Es gibt gar keinen. Guido Barilla hat seine Meinung zum Bild der Familie geäußert und dass er nicht mit homosexuellen Familien werben würde, da dies offenbar bei seinen traditionell eingestellten Zielgruppen nicht gut ankäme. Das ist sein gutes Recht als Familienmensch und Unternehmer und nicht zuletzt auch eine Frage der gegenseitigen Toleranz und der Meinungsfreiheit.

Das können die hauptberuflichen Twitter-Empörer aber nicht auf sich sitzen lassen, sogleich fühlten sich die ersten Homosexuellen diskriminiert, es wurden Hashtags ausgelotet und ein Shitstorm gegen Barilla veranstaltet. Das ist eine sonderbare Einstellung zu Demokratie und Meinungsfreiheit. Denn man sollte nicht vergessen, dass Minderheiten wie Homosexuelle auf die Toleranz der Mehrheit angewiesen sind, damit sie selbst unbehelligt leben können und eben nicht diskriminiert werden. Da tun die Shitstormer den durchschnittlichen Homosexuellen natürlich einen Bärendienst, wenn sie dafür sorgen, dass sie  gegen dermaßen harmlose Meinungsäußerungen der gesellschaftlichen Mehrheit mindestens so intolerant auftreten wie es früher beispielsweise radikale Schwulenhasser taten.

Wo ist denn das Problem, wenn jemand die traditionelle heterosexuelle Familie mit Mann und Frau der konstruierten homosexuellen Familie vorzieht? Ich bin mir sicher, dass es auch unter Entwicklungspsychologen und Pädagogen mehr als eine Meinung zu homosexuellen Elternpaaren gibt, sicher auch kritische oder gar ablehnende. Und wo ist das Problem, wenn der Frau in der Familie eine fundamentale Rolle zukommen soll? Bloß weil es für Hausfrauen und Mütter keine Vorstandsgehälter und Titelstories in feminstischen Gazetten gibt?

Fazit

Es gab keinen Skandal um Barilla, sondern nur mal wieder das üblich empörungsschwangere Hyperventilieren einiger Grüppchen bei Twitter, die meinen, dass ihre allzeitig verfügbare Instant-Empörung samt inflationärem Shitstorming irgendeinen gesellschaftlichen oder gar moralischen Wert hätte. Real dürften sich aber nur wenige Homosexuelle über die Äußerung von Guido Barilla aufgeregt haben, da sie mit Alltag und anderen Probleme wahrscheinlich vollauf beschäftigt sind. Wem Barillas Meinung nicht passt, der kauft halt andere Nudeln – real und nicht bei Twitter, ganz cool statt mit geheuchelter Empörung. Wo blieben sonst Meinungsfreiheit und Toleranz? Manche Minderheiten scheinen langsam zu vergessen, dass Toleranz auf Gegenseitigkeit beruht.

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Spruch des Tages

Wenn Feministinnen, insbesondere lesbische, den Männern diktieren wollen, was richtige Männer seien oder machten, erinnern sie mich in Stil und Inhalt häufig an Neonazis, die darüber schwadronieren, wie ein guter Ausländer oder Jude zu sein habe.