Wir müssen über Missbrauch reden

Ich will an dieser Stelle nicht über sexuellen Missbrauch schreiben, da dieser meiner Meinung nach eine eigene Kategorie ist, die mit dem alltäglichen Geschlechterkampf nicht viel zu tun hat und aus Rücksicht gegenüber den Opfern nicht in den Schlagabtausch zwischen Feminismus und Humanismus gehört. Nein, ich will heute über zwei Varianten des Missbrauchs schreiben, bei denen vorrangig Männer die Opfer und Frauen die Täter sind.

In die Kategorie emotionaler Missbrauch passt so mancher Klassiker. Am weitesten verbreitet dürfte aber der Fall sein, wo Frau gegen Ende einer bestehenden Beziehung mit einem anderen Mann herummacht, der als Lückenbüßer benutzt und nach Gebrauch weggeworfen wird, wenn Frau sich auf den Weg zu ihrer nächsten richtigen Beziehung macht. Der Lückenbüßer dient dabei lediglich dazu aufmerksam und der Frau ein nützlicher Depp zu sein, also z.B. bei einem möglichen Umzug zu helfen bzw. sie vorübergehend – natürlich kostenlos – bei sich wohnen zu lassen und ihr fragiles Ego wieder nach oben zu vögeln. Ich frage mich, was daran so schwer sein soll, eine scheintote Beziehung sauber zu beenden, eigenständig wieder in seine Rolle als Single zu finden (wobei man üblicherweise auch zuvor angehäuften Seelenmüll entmistet) und von dort aus zu gegebener Zeit einen neuen Partner zu suchen.

Die zweite Kategorie ist der ganz alltägliche wirtschaftliche Missbrauch von Männern durch Frauen. Das beginnt damit, dass in der Regel der Mann die Lebenshaltungskosten wie Kreditrate / Miete, Strom, Telefon, Versicherungen etc. alleine zahlt, selbst wenn die Frau auch oder gar mehr verdient und geht weiter zu solchen Frauen, die aus privaten oder beruflichen Gründen umziehen wollen und dazu erstmal in Singlebörsen nach Männern aus der passenden Region schauen, um sich dort kostenlos einzunisten. Auch beliebt ist das Absetzen der Pille, wenn der Mann (noch) keine Kinder will, damit Frau auf Kosten des Mannes eigenmächtig ihre Familienplanung umsetzen kann. Dies sind nur einige von vielen Beispielen des alltäglichen wirtschaftlichen Missbrauchs von Männern, wobei ich mich auf nennenswerte Konstellationen beschränkt habe. Das übliche Wimpernklimpern oder „Brust raus“ im Club am Wochenende, damit irgendein Mann an der Theke die Cocktails spendiert, habe ich bewußt ausgelassen, sie fallen aber in die gleiche Kategorie.

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